Titel: Ritas Leute
Eine deutsch-russische Familiengeschichte
auch Grundlagenbuch

Schlagworte: Am Buchanfang finden wir eine Landkarte und ein stark gegliedertes Inhaltsverzeichnis.
Buch begleitend sind mehrere im Buch beschriebene Personen auf schwarz-weiß Fotos abgebildet. Hier befindet sich auch ein Kartenentwurf von der "Kolonie am Trakt" und eine Karte der "Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen" (bis 1941).

Die freie Journalistin und Dokumentarfilmerin Ulla Lachauer lernt die junge deutsch-russische Sopranistin Rita Pauls kennen, deren deutsche Vorfahren Mennoniten sind,
Ulla sorgt dafür, dass die junge beinamputierte Tierärztin Swetlana Popowa in Deutschland eine moderne und eine dem russischen Dorfleben und Klima angepasste Prothese bekommt,
russisch: "Knochen waschen" bedeutet bei uns "Tratsch", Rita fordert ihre Großmutter Maria Pauls nach der Übersiedlung nach Deutschland auf, ihr duldungsreiches Leben in Russland nieder zu schreiben, doch die Oma weigert sich zunächst,
Ulla und Rita beschließen, zusammen die Familiengeschichte von Rita zu erforschen,
Rita erzählt aus ihrer in Karaganda erlebten Kindheit,
die "Wunderheilerin" Erna rettet Ritas Leben,
mehrmalige und teilweise langzeitige Hungersnöte,
Typhus,
rückschauend beschreibt Rita die Nachbarschaft in Russland als viel wärmer als in Deutschland,
"Subbotnik",
religiöse und weltliche Feste und Bräuche,
Maria Pauls meint, sie habe drei Heimaten: Lysanderhöh, Karaganda und Kehl,
Lagerhaft,
Reise in die Vergangenheit nach Omsk und Karaganda,
das Mit- und Gegeneinander der bis zu fünfzehn verschiedenen Volksgruppen,
der Schwiegervater der Autorin als Kriegsgefangener in Karaganda,
der Niedergang von Karaganda,
"Pripsek",
der Urahn Peter Wiens zieht von Westpreußen nach Russland,
Privilegien für deutsche Siedler,
die mennonitische Erbordnung (in der Regel wird das Erbe an den jüngsten Sohn vererbt),
die Weißen, die Roten, mittendrin die deutschen Siedler,
die NÖP (Neue Ökonomische Politik),
"Kulakenkinder",
Johannes Dyck und Anna Bergmann fertigen private Aufzeichnungen über Ihre Zeit und ihr Erleben auf,
"Die ersten Karagandiner waren Erdmenschen, .."(S.129),
das Netzwerk der Mennoniten,
Wassermangel,
der NKWD,
Verfolgung der deutsch-stämmigen Bevölkerung nach Hitlers Angriff auf die Sowjetunion,
die Gruppe Ulbricht in "Novy Gorod",
Rita Pauls kommt als Mädchen 1931 in die kasachische Steppe, 1988 ist sie wieder fort,
ab 1941 leben innerhalb der Sowjetunion Deportierte Deutschstämmige aus verschiedenen deutschen Gebieten, mit verschiedenen Dialekten und verschiedenen Religionen zusammen,
Meldepflicht,
nach Stalins Tod 1953 bessern sich die Verhältnisse allmählich,
ab 1955 Ende der Sonderverwaltung,
Chrustschow setzt 1954 die Neulandgewinnung im Norden Kasachstans in Gang,
Hochofen in Temirtau,
Baikonur,
Heinrich Pauls beim sowjetischen Militär,
im August 1964 Rehabilitation der deutsch-stämmigen Bevölkerung in der Sowjetunion,
die Baikal-Amur-Magistrale,
die Perestroika und die Folgen,
viele Sowjetbürger träumen von der Krim, einige können den Traum verwirklichen,
Kolyma,
viele Ausländer fallen illegal, auch in die Gegend von Norilsk, ein, besonders aus Vietnam und China,
Rückschau auf die Eroberung Sibiriens durch die Kosaken, Bau des Großen Sibirischen Postweges, Bau der Transsibirischen Eisenbahn,
der KARLag, ...

Lena führt in der BRD ein Geschäft mit russischer Ware,
im Deutschunterricht muss viel Neues gelernt werden, ...

mennonitische Verwandte in Kanada, ...

Mit einem Nachwort, einer Zeittafel und einem Glossar wird das Buch zu Ende geführt.

Orte: Lysanderhöh an der Wolga, Arkadak,
Karaganda, Dolinka, Maikuduk, ...
Mannheim, Kehl, ...
(Im Bucheinband vorne und am Buchende finden wir Karten mit weiteren Orten, die der Wanderungsbewegung von einigen deutschen Auswanderern zugeordnet sind)
Namen: Die Schneiderin Anastasia und der Kranführer Heinrich Pauls (die Eltern von Rita und Zentralfiguren des Familienstammbaumes, der dem Buch als Zusatzblatt beiliegt), Rita aus dem Norden Kasachstans, Lena (deren ältere Schwester), Ulla Lachauer (Ritas neue Freundin, die Autorin des Buches), Leni Toews (Tante von Rita), Maria Pauls (Oma von Rita), Claas Epp (Sohn des Koloniegründers "Am Trakt", Wolfgang Leonhard (mit seiner Mutter seit 1935 in der Moskauer Emigration), ...
Ereignisse: Rita Pauls ist eine junge, lebenslustige Frau: geboren 1969, von barocker Statur und mit einer herrlichen Gesangsstimme begabt. Sie lebt bei Mannheim und hat eine große, weit verstreute Familie -
Ritas Leute.
Rita stammt aus der Stadt Karaganda im fernen Kasachstan. 1989 ist sie mit ihrer Familie nach Deutschland gezogen. Die Pauls gehören zu den mittlerweilen zwei Millionen Russlanddeutschen, die im wiedervereinigten Deutschland leben. Und im Mikrokosmos der Familiengeschichte spiegelt sich ein ganzes Jahrhundert deutsch-russischer Historie.
Ulla Lachauer erzählt, wie Rita und ihre Leute heute leben - und sie begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Eine ebenso spannende wie anrührende Familiensaga.
(Text dem Buchumschlag entnommen)
Autor/en: Ulla Lachauer
Jahr/Jahre: 1763 1850 - 2001
Verlag: rowohlt
ISBN: 3 - 498 - 03910 - 5
Seitenzahl: 432


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